Soviel vorweg, dieses Buch enthält tatsächlich 101 Ideen, allerdings sind nicht alle mit einem DIN A4-Papier zu realisieren. Das tut der Freude am Buch keinen Abbruch, weil es ja nicht falsch ist, man kann aus einem A4-Papier ein Quadrat falten, aber ich bin nun mal pingelig und war deshalb von dem Buch ein wenig enttäuscht. Trotzdem eignet es sich als Geschenk für Papiereinsteiger, weil sie hier verschiedene Facetten des Gestaltens mit Papier kennenlernen.
Kategorie: Bücher & Medien Seite 4 von 5


In einem kleinen, zauberhaften Geschäft in Gotha, das Geschenke und ausgefallene Beschäftigungsmaterialien für Kinder führt, habe ich diese Origami-Bastelpackung entdeckt. Nachdem ich zuvor in einer Buchhandlung etwas Ähnliches von einem anderen Hersteller gekauft hatte, war ich gespannt, ob das Material das Versprechen „Origami einfach“ hält.

Ich gebe zu, als ich Lydia Crooks Buch „Paper Play“ bekam, war ich erst einmal enttäuscht, weil ich kein Aktionsbuch erwartet hatte, bei dem ich etwas mit dem Buch anstellen muss, sondern Anregungen zum „Reißen, falten, schnipseln, kleben, fetzen“. Aber dann habe ich mich damit abgefunden und das Buch zumindest durchgeblättert.

Als Kind habe ich Bastelbögen geliebt. Ich weiß noch, dass es diese bei IhrPlatz als Werbegeschenk gab. Daran, ob man eine kleine Gebühr zahlen musste oder sie gegen Rabattmarken eintauschen konnte, erinnere ich mich nicht. Aber daran, dass ich mit Wonne ausgeschnitten und geklebt habe. Da war klar, dass ich diesen Block „Freude schöner Bastelbogen“ von Nadine Prange haben musste.

Ja, es gibt den Begriff Kaleidozyklus bzw. Kaleidozyklen als Plural tatsächlich. Bis ich dieses Buch in die Hände bekam, dachte ich, den Begriff hätte sich Jan Spütz für sein achtteiliges Faltmodell ausgedacht, weil sein Buch den Titel „Kaleidozyklus“ trug. Dank Doris Schattschneider und Wallace Walker, die Muster von M.C.Escher für ihre Faltmodelle genutzt haben, weiß ich mehr 🙂

Zwischendurch stöbere ich gerne in realen und virtuellen Antiquariaten auf der Suche nach Büchern über Papierfalten oder alten Bastelbüchern. Dabei ist mir kürzlich dieses Bilderbuch in die Hände gefallen: „Origami Heart“. Ich fand, das gehört in meine Sammlung. Und da liegt es nun.

Ich glaube, das ist das älteste Buch, in dem Papierfalten vorkommt, das ich besitze. Aber ich bleibe am Ball und stöbere seit Neuestem wieder in Antiquariaten, weil ich es spannend finde, was und wie die Menschen vor Jahrzehnten gefaltet haben. Dieses Buch „Des Kindes erstes Beschäftigungsbuch. Praktische Anleitung zur Selbstbeschäftigung für jüngere Kinder“ stammt von 1877, es ist herausgegeben von E. Barth und W. Niederley und im Verlag Velhagen & Klasing erschienen. Als Pädagogin fasziniert mich neben den Faltanleitungen auch, was man Kindern vor 140 Jahren zugetraut hat.

Wer ein Faible für Papier und Papierfalten hat, muss dieses Buch lesen. Aber etwas darüber zu schreiben ist wirklich schwierig, weil die Geschichte so ist wie Papierfalten – meditativ und orientiert auf den Weg statt auf das Ergebnis und den Ausgang des Buches. Dieser Beitrag ist also eher ein Versuch 🙂

Von diesem Buch habe ich zunächst nur einzelne Seiten in einem internationalen Forum für Papierfalten gefunden. Als ich dann die Quelle suchte, fand ich ein PDF des ersten Bandes. Daher weiß ich nun, dass das Buch 1945 im Verlag Companhia Melhoramentos de Sao Paulo erschienen ist. Sprich: 1945 wurde auch in Brasilien bereits Papier gefaltet!

Nachdem ich gestern mehr oder weniger erfolgreich 🙂 viele Falt-Anleitungen auf Spanisch und Japanisch ausprobiert habe, mache ich heute mit Niederländisch weiter. Ich habe mich durch „De jonge Werkman. Het Vlechten“ von Elise van Calcar aus dem Jahr 1881 geklickt – mit spannenden Erkenntnissen zum Thema Papierfalten und anderes Gestalten mit Papier.