Das 1956 in der damaligen DDR erschienene Buch „Basteln mit den Jüngsten“ zeigt, dass das Basteln mit Papier Zeit- und Ländergrenzen überdauert hat. Es enthält traditionelle Faltmodelle und unterscheidet sich von anderen Büchern durch ungewöhnliche Anregungen und Anleitungen.
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Auf das Buch „Heute zaubern wir mit Schnur und Papier“ von Conny Ray, das aus dem Schwedischen übersetzt wurde, bin ich bei der Suche nach alten Büchern gefunden. Da ich in meiner Kindheit schon fasziniert von Zauberern war, musste ich es bestellen und habe dort Tricks wiederentdeckt, mit denen mich vor 50 Jahren schon mein Vater begeistert hat.

In dem Buch „Die kleinen Bücher der kleinen Brontës“ von Sara O’Leary und Briony May Smith geht es um selbst gebastelte Bücher, da ist doch klar, dass ich das haben und lesen musste. Entdeckt habe ich das Buch aber erst, nachdem ich ein Kapitel in einem ganz anderen Buch gelesen habe:

Beim Aufräumen ist mir dieses Bilderbuch wieder in die Hände gefallen, das ich euch schon langevorstellen wollte: Papierschiff Ahoi von Jorge Luján und Julia Friese. Ich sammle ja nicht nur alte Bastelbücher, sondern alles, was mit Papier zu tun hat.

Ich glaube, „Kinder, wir basteln“ war eines der ersten alten Bücher meiner Sammlung, den Namen Ilse Obrig kannte ich, weil ich mich während des Studiums mit der Geschichte des Kinderfernsehens beschäftigt hatte.

Es ist erstaunlich, dass es einige Bücher rund um die Gestaltung mit Papier für Lehrerinnen und Lehrer gab wie dieses hier von Paul Engelhardt und Adolf Lillack aus dem Jahr 1926: „Papiergestaltung. Eine Anleitung für die Handbetätigung in Schule und Haus“.

Als ich diese Büchlein bestellt habe, ahnte ich nicht, dass es sich dabei um eine PR-Broschüre handelte, wobei nicht klar ist, für wen. Das Besondere und auch Amüsante ist, dass Vorwort und Anleitungen für Schiffchen & Co. in Reimform präsentiert werden.

Nun habei ich endlich den Liebesknoten – passend zum heutigen Weltknotentag
– aus dem Buch „Paper Toy Making“ von 1936 nachgefaltet bzw. die Anleitungsschritte fotografiert, was gar nicht so leicht war, denn Margaret Campbell hat eine Basisfaltung verwendet, die mir bisher nicht begegnet ist. Damit werde ich auf jeden Fall noch experimentieren.

Vor einiger Zeit habe ich schon die „Japanische Topftasse“ aus tollen 100 Jahre alten Buch von Richard Rothe „Falten und Formen mit Papier“ hier vorgestellt. Nun habe ich wieder einmal darin geblättert und viele außergewöhnliche Papierarbeiten gefunden.

Ich bin fast ein bisschen süchtig, nach Bastel- und Beschäftigungsbüchern, die älter sind als ich oder sogar hundert und mehr Jahre alt. Aber ich liebe und schreibe ja auch Erinnerungsgeschichten und freue mich darüber, dass es Kontinuitäten in der Welt gibt. Hier sind noch einige Beispiele, die mir begegnet sind.